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Die Montforter
Gegen 1200 Herrschaftsteilung zwischen den beiden Söhnen des Pfalzgrafen Hugo (gest. 1182). Hugos jüngerer gleichnamiger Sohn wurde Graf von Bregenz und Rätien.
Um 1200 - 1250 "Neugründung" der Stadt Bregenz (wahrscheinlich erst unter Graf Hugo II. von Montfort). Der regelmäßige rechteckige Grundriss weist auf eine planmäßige Anlage hin. Durch einen herrschaftlichen Willensakt wurden ca. 60 Hofstätten angelegt, die Erblehen des Grafen waren. Ihre Inhaber waren Eigenleute (Leibeigene) des Stadtherrn. Sie mussten jährlich einen Hofstattzins von 20 Pfennig entrichten, eine Fuder Mist für die gräflichen Weinberge liefern und Wachdienste verrichten. Dafür waren sie vom Todfall (eine Art Erbschaftssteuer) und vom Frondienst befreit. Die wirtschaftliche Grundlage der Stadt bildete die Landwirtschaft.
Seit etwa 1206/08 nennt sich Graf Hugo von Bregenz auch Hugo von Montfort. Als der Begründer eines neuen Geschlechts wird er gewöhnlich als Graf Hugo I. von Montfort (gest. 1228) bezeichnet. In der Chronik des Konrad von Pfäfers scheint er erstmals als Graf von Montfort, als der Graf vom "starken Berg" auf. Dieser Titel war vormals in Schwaben und Rätien unbekannt. Leicht möglich ist es, dass Hugo diesen unter den Normannen weit verbreiteten Namen auf einer seiner Fahrten ins heilige Land kennengelernt hat. Wahrscheinlich verstarb Hugo dort 1228 während des Kreuzzuges Kaiser Friedrichs II. Um 1200 bereits ließ Hugo die Burg "Altmontfort" bei Weiler errichten und gab ihr den Prunknamen "Montfort" (Starkenberg). Den angesehenen Titel eines Grafen von Bregenz legte er freilich nicht ab.
1214 Graf Hugo I. von Montfort nennt sich zum ersten Mal selbst in einer Urkunde "Hûg comes Montis Fortis". Sein Siegel zeigt einen Reiter und die Aufschrift "Comes. Hugo. Prigantinus" (Helbok Reg. Nr. 341).
1226 König Heinrich VII. schenkt dem Kloster Weißenau die Präbende der Bregenzer Pfarrkirche, ein erster Hinweis auf staufische Rechte in Bregenz.
1234 Hugo II. von Montfort (gest. 1260) nennt sich in einer Urkunde zum ersten Mal Graf von Bregenz: "Hugo Brigantinus" (Helbok Reg. Nr.393).
Nach 1250 Die ältesten Teile der Bregenzer Stadtmauer stammen aus der Mitte des 13. Jh.s. Die Entwicklung von Bregenz als Stadt im rechtlichen Sinne zeichnet sich ab. Die Errichtung einer Stadtmauer gilt als wichtiger Schritt in Richtung Stadtwerdung. Im Falle von Bregenz scheint kein formeller Rechtsakt - beurkundete Stadterhebung - von Seiten des Reichsoberhauptes stattgefunden zu haben.
13. und 14. Jh. Stadterweiterung bzw. Entstehung einer Vorstadt in Richtung auf den lebensspendenden See hin: das Maurach (Maurachgasse) und das Ried (Riedgasse, heutige Kaiserstraße) wurden besiedelt. Auf diese Weise entstanden weitere 60 Hofstätten. Ursprünglich war nicht nur die Oberstadt, sondern auch das Maurach befestigt. Bis in das 16. Jh. stand am Leutbühel ein Tor.
Die Stadt lebte von der Landwirtschaft und dem Weinbau, das Gewerbe und der Handel außer dem Weinhandel blieben zurück. Bregenz lag im Marktbereich des übermächtigen Lindau und vermochte sich lange Zeit nicht durchzusetzen.
1258 Erste Montforter Teilung: nach dem Tod Graf Hugos II. - er ist in der Mehrerau bestattet - zerfiel das Haus Montfort in eine werdenbergische und montfortische Linie. Die Werdenberger setzten sich in den südlichen Landesteilen fest und gründeten dort in der Folge die Städte Bludenz, Sargans und Werdenberg.
1260 März Bregenz scheint urkundlich zum ersten Mal als Stadt im Rechtssinne auf: "apud Priganciam ciuitatem (= civitatem)".
In der gleichen Urkunde ist erstmalig von einem "minister", von einem Stadtammann von Bregenz die Rede: "Dietricus, minister de Prigancia" (Helbok Reg. Nr. 490). Die Stellung des Dietricus in der Zeugenreihe lässt den Schluss zu, dass der erste (urkundlich belegte) Bregenzer Ammann ein Ministeriale der Montforter war, ein Angehöriger des niederen Dienstadels, der in Abhängigkeit zu seinen Herren stand und in seiner Freizügigkeit beschränkt war.
In einer Urkunde des Jahres 1290 wird ein namenloser und wahrscheinlich bürgerlicher "Ammann fon Bregenz" erwähnt. 1293 ist der Bregenzer Ammann wieder namentlich greifbar: "Rudolfus minister".
Was die Kompetenzen des Ammanns anbelangt, wissen wir für die Frühzeit wenig. Er wird wie andernorts auch als Richter in niedergerichtlichen Fällen und in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit fungiert haben. Weiters dürfte er ein gewisses Aufsichtsrecht im wirtschaftlichen Bereich besessen und die anfallenden Verwaltungsaufgaben wahrgenommen haben. Der Ammann war ein vom Stadtherrn eingesetzter gräflicher "Beamter". Dies sollte sich erst 1594 nach den Übergang der Herrschaft Bregenz an die Habsburger ändern.
Das Ammannamt und andere städtische Funktionen waren zumeist ehrenamtlich, das heißt, die Amtsinhaber waren Honoratioren im eigentlichen Sinn des Wortes, ihre Dienste blieben unbezahlt. Da die Ausübung des Amtes mit beträchtlichen Kosten verbunden war und nicht selten dem eigentlichen Broterwerb nicht mehr nachgegangen werden konnte, entstammten bis zum Ende des Mittelalters die Ammänner reichen, alteingesessenen Bregenzer Familien.
Um 1270 Zweite Montforter Teilung: sie erfolgte unter den montfortischen Brüdern. Drei neue Grafschaften entstanden: Bregenz, Feldkirch und Tettnang. Graf Ulrich I. (gest.1287), der zweitälteste Sohn Graf Hugos II., erhielt den Bregenzer Erbteil und wurde somit zum ersten Inhaber der Grafschaft Montfort - Bregenz. Bregenz wurde dadurch wieder Sitz einer gräflichen Linie und nach rund 250 Jahren neuerlich Herrschaftsmittelpunkt.
1290 Um die Besitzverhältnisse und die damit verbundenen Einnahmen zu dokumentieren, wurde im Kloster Mehrerau das erste erhaltene Einkünfteverzeichnis ( Zinsrodel, lateinisch "census") angelegt.
1315 Hilfs- und Dienstvertrag der Grafen von Montfort-Feldkirch und Montfort-Bregenz mit den Habsburgern für die Dauer des Krieges mit Ludwig dem Bayern. Die Montforter, die lange Zeit in Konfrontation zum Haus Habsburg standen, hatten ihren Widerstand und damit verbunden eine eigenständige Politik aufgegeben. Sie wurden zu Quasi - Vasallen des Hauses Österreich.
1330 Mai 22 Marktprivileg Kaiser Ludwigs des Bayern für Bregenz. Es dürfte in Bregenz schon im 13. Jh. ein Markt existiert haben. Die Formulierung in der Urkunde fixiert einen bereits bestehenden Markt rechtlich. Das Marktprivileg diente der Rechtssicherung. Die Nähe Lindaus jedoch ließ dem Markt nur innere Bedeutung zukommen, er konnte auch den zunftmäßigen Handwerksbetrieb nur wenig fördern.
Der Markt fand jeden Montag vor der gräflichen Burg in der Oberstadt statt. Er dürfte zeitweise überhaupt abgekommen sein und verlagerte sich allmählich auf den verkehrstechnisch günstiger gelegenen Leutbühel. Dort ist er 1507 zum ersten Mal bezeugt.
Nachteilig für Bregenz wirkte sich vor allem aus, dass die Pass-Strasse nach Italien an Bregenz vorbei von Lindau auf dem Seeweg nach Fußach führte.
1338 erlosch die (ältere) Linie Montfort - Bregenz mit dem Tode Graf Hugos V. Der Erbstreit zwischen der Linie Montfort - Feldkirch und Montfort - Tettnang führte schließlich zu folgendem Ergebnis: Feldkirch erhielt die Gerichte Dornbirn, Höchst und Hinterbregenzerwald, konnte also sein Territorium erweitern. Die dadurch verkleinerte Grafschaft Bregenz - die Gerichte Bregenz, Hofrieden, Hofsteig, Alberschwende und Gebiete im Westallgäu - kam an die Tettnanger Linie. So waren unter Graf Wilhelm II. (gest. 1354) die Grafschaften Bregenz und Tettnang wieder vereinigt.
1354 Nach dem Tod des Grafen Wilhelm II. teilten seine Söhne die Grafschaft Tettnang wiederum: Graf Wilhelm III. (gest. 1373) erhielt die Grafschaft Bregenz bis zur Leiblach und wurde so zum Begründer der jüngeren Linie Montfort - Bregenz. Diese Teilung hatte Folgen bis zum heutigen Tag - die Leiblach bildet die Staatsgrenze zu Deutschland.
Im gleichen Jahr heiratete Graf Wilhelm III. von Montfort (- Tettnang) - Bregenz Ursula von Pfirt, die Schwägerin Herzog Albrechts II. von Österreich und trat damit in verwandtschaftliche Beziehungen zum Haus Habsburg.
1359 Erwerb der Herrschaft Hohenegg.
1362 Graf Wilhelm III. stiftet die Martinskapelle. Im darauf folgenden Jahr wurde von einem vermutlich schwäbischen Freskanten mit dem Freskenzyklus begonnen.
1379 Juni 8 Teilung der Herrschaft Montfort - Bregenz (Teilungslinie: Bregenzerach) unter Graf Hugo XII. dem Minnesänger (gest. 1423; nördliche Hälfte: die Gerichte Hofrieden, Sulzberg und Oberlangenegg sowie die Achlöse und Fischerei in der Ach) und Graf Konrad (gest. 1393; südliche Hälfte: die Gerichte Hofsteig, Alberschwende und Lingenau sowie die Herrschaft Hohenegg). Die Burg wurde geteilt, die Stadt und die Vogtei des Klosters Mehrerau blieben vorerst unter gemeinsamer Verwaltung.
1380 Erstmalige Nennung des Bregenzer Kalkofens, der den Kalk für die Ziegelhütten (Ziegelerzeugung) bereitstellte. Er ist auf Matthäus Merians Ansicht der Stadt Bregenz aus dem Jahre 1643 gut sichtbar.
1390 Febr. 1 Erste Urkunde für das Bregenzer Holzwerk (Sie enthält eine Strafbestimmung für Holzdiebstahl: entweder die Entrichtung einer Strafgebühr von 10 Pfund Pfennig Konstanzer Münze oder das Abhacken einer Hand). Das Holzwerk bildete zumindest seit dem Ausgang des 13. Jh.s neben dem Weinbau den bedeutendsten Erwerbszweig. Der große Bedarf an Holz für den Weinbau (Rebstecken) und den Ausbau der Städte (Bauholz) sowie die Nähe der Bregenzer Ache, die den weglosen, aber holzreichen Bregenzerwald erschloss, führten zu einer Blüte des Holzhandels. Ein beredtes Zeugnis davon geben Familiennamen wie Maser (=Holzmann) oder Flurnamen wie Moselbach bei Alberschwende (Mosel = Holzblock) und die Tatsache, dass die Holzmänner bald zu den reichsten Bregenzer Bürgern gehörten.
Das Holzwerk wurde, weil kapitalintensiv, gemeinschaftlich betrieben (schon vor 1390 Handwerksgenossenschaft), es stand gegen ein jährliches Schirmgeld (Achlöse) unter gräflichem Schutz
Die Holzhöfe befanden sich auf dem Steinach, am Kiesufer des Sees. Der Bau der Hütten erfolgte von innen her, vom Graben (=Ratshausstraße) und vom Vazenwasen (=Kornmarktplatz, der Wasen ist nach einem Hofstättenbesitzer namens Walter von Vaz benannt) aus. Die aus dem Bregenzerwald über den See geflößten Holzstämme, Hauen genannt, wurden zu Rebstecken, Schindeln, Bauholz und anderen Holzwaren verarbeitet und per Schiff zu den anderen großen Bodenseeorten verbracht.
15. Jahrhundert
1400 Graf Hugo XII. der Minnesänger lässt "aus sonder andacht gegen unser Lieben Frauen die capell bei den armen Leuten allhier, zusamt dem Kirchhöflein aufrichten und weihen". Die Kapelle, die dem "Sundersiechenhaus", einer geschlossenen Fürsorgeanstalt für Leprakranke, bzw. "Leprosenhaus", wie die Stiftung bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1925 genannt wurde, beigefügt wurde, erlaubte es den Leprosen durch ihre Konstruktion - Sonderzugang und Empore - dem Gottesdienst beizuwohnen. Die Ursprünge des Bregenzer "Sundersiechenhauses" dürften wie andernorts auch im 13. Jh. liegen.
Das Volk bezeichnete die aus ihrer Wohngemeinschaft ausgewiesenen Leprakranken als "Sundersieche" oder als "Veldtsieche". Die Notare und Kleriker sprachen von der Lepra und den Leprosen. Der Eintritt in das Siechenhaus war kein freiwilliger Akt, sondern wurde obrigkeitlich verordnet. Die Eingewiesenen unterstanden der Befehls- und Strafgewalt des Hauses. Eine ärztliche Betreuung im heutigen Sinne fand nicht statt.
In Mitteleuropa erlosch die Seuche im 17. Jh. fast vollständig. Die Leprosorien begannen sich mit anderen ansteckenden Kranken zu füllen oder sich in Armenhäuser umzuwandeln. In Bregenz erfüllte das Leprosenhaus beide Funktionen. 1664 wurde das alte Siechenhaus abgerissen und nach Plänen des Bregenzer Baumeisters Michael Kuen wiederaufgebaut.
1402 Mit "Johannes de Pregancia" ist erstmalig ein Bregenzer als Student an der Universität Wien ausgewiesen .
1405 - 1408 Der Appenzellerkrieg: Der Krieg entstand aus einem lokalen Konflikt zwischen dem Abt des Benediktinerstiftes St. Gallen und seinen bäuerlichen Appenzeller Untertanen. Der Abt versuchte, althergebrachte aber vernachlässigte Rechte des Klosters wieder zu aktivieren, seine Untertanen widersetzten sich diesem Ansinnen. Die Abtei St. Gallen war mit den österreichischen Herzögen verbündet (1402 neuerlich), Appenzell trat in das Schwyzer Landrecht ein (1403). Dies verschärfte die Situation wesentlich, da das Verhältnis zwischen der Eidgenossenschaft und dem Haus Habsburg seit den österreichischen Niederlagen bei Morgarten, Sempach und Näfels und den damit verbundenen Gebiets- und Einflussverlusten sehr gespannt war.
Der Appenzellerkrieg stellte die erste bäuerliche - nicht ganz bäuerlich, denn der wichtigste Verbündete der Appenzeller war ursprünglich die Stadt St. Gallen - Aufstandsbewegung dar, die habsburgisches Territorium berührte. Nach spektakulären Anfangserfolgen (Sieg in der Schlacht am Stoß - 1405 Juni 17) breitete sich die Revolte rasch über den Rhein nach Vorarlberg aus. Vor allem das Engagement der Schwyzer hatte der Bewegung einen dynamisch - expansiven Charakter gegeben. In der Folge schlossen sich große Teile der bäuerlichen, aber auch der städtischen Bevölkerung mit den Appenzellern und ihren Verbündeten zum sogenannten "Bund ob dem See" zusammen. Der Beitritt erfolgte durchaus nicht immer freiwillig, sondern mancherorts unter militärischem Druck.
Graf Wilhelm VII. von Bregenz (gest. 1422) betrieb zunächst eine wechselvolle Politik, wurde aber als Vertreter des Adels zwangsläufig ein entschiedener Gegner des Bundes. Im Jahre 1406 trat Graf Wilhelm in den Krieg mit dem Bund ob dem See. Eine Aktion gegen das Vorarlberger Oberland scheiterte, im Gegenzug wurde von den Bündischen die Bregenzer Vorstadt zerstört. Im Herbst 1407 begann die Belagerung von Bregenz, währenddessen wurde das Kloster Mehrerau ausgiebig geplündert. Durch die 16 Wochen dauernde beherzte Verteidigung der Stadt durch die Bürgerschaft wurde der erfolgreiche Entsatz im Januar 1408 durch ein Aufgebot der Rittergesellschaft vom St. Georgenschild und der Stadt Konstanz erst möglich. Die Appenzeller erlitten eine vernichtende Niederlage, die Aufstandsbewegung brach rasch zusammen. Der Friede von Konstanz (1408 April 4) stellte den Status quo ante quem zum Großteil wieder her.
In diesem Zusammenhang finde auch die "Ehreguta"- Sage Erwähnung. Guta, ein altes Weiblein, soll die Anführer der Appenzeller in Rankweil oder in Appenzell belauscht und so vom bevorstehenden Angriff auf Bregenz erfahren haben. Todesverachtend sei sie nächtens bei eisiger Kälte nach Bregenz geritten, habe die Stadt in Alarmbereitschaft versetzt und so gerettet. Als Belohnung habe sie nur Speis, Trank und feste Unterkunft bis an ihr Lebensende verlangt und dass der Nachtwächter die Nachtstunden mit dem Ruf "Ehret die Guta" anzeige.
1408 Dez 26 Die Bregenzer Bürgerschaft erhielt von ihren Stadtherren als Lohn für Tapferkeit und Treue eine Reihe von Privilegien. Unter anderem wurde für 5 Jahre Steuerfreiheit gewährt und für weitere 5 Jahre eine Reduzierung der Stadtsteuer auf 100 Pfund Haller jährlich in Aussicht gestellt.
1409 Jan 2 Teilung der Stadt (!) Bregenz zwischen Graf Hugo XII. dem Minnesänger und Graf Wilhelm VII. Der Rat der Stadt wurde von nun an je zur Hälfte aus Bürgern beider Stadtteile, der Ammann abwechselnd von den beiden Teilen bestellt.
1409 Febr. und März Graf Hugo XII. räumte den Bürgern seines Stadtteiles das Recht der Freizügigkeit und freier Verheiratung und das Recht, auswandern und Fremde aufnehmen zu dürfen ein. Die Bürgerschaft wurde für 10 Jahre von der Stadtsteuer befreit, für die Folgezeit wurde die jährliche Steuersumme auf 100 Pfund Haller Konstanzer Münze festgelegt.
Diese Rechte wurden erst 1424 durch Gräfin Elisabeth (gest. 1458), der Tochter des Grafen Wilhelm VII., auf den anderen Stadtteil ausgedehnt.
1422 Graf Hugo XII. weilte zum letzten Mal in seiner Vaterstadt Bregenz und am Bodensee. Bei diesem Aufenthalt stiftete er das Dominikanerinnenkloster Hirschberg auf dem Pfänder oberhalb von Kennelbach gelegen. Nach zweifacher Zerstörung durch Blitzschlag wurde es 1464 als Kloster Hirschthal etwas tiefer liegend neu erbaut. Nach einem fürchterlichen Brand 1796 übersiedelten die Nonnen 1797 in das 1782 aufgehobene und sich nun im Besitze der Stadt befindliche Franziskaner - Tertiarinnenkloster Thalbach.
1423 Tod Graf Hugo des Minnesängers: Er ist wohl die berühmteste Persönlichkeit seines Geschlechtes. Sein Ruhm begründet sich in erster Linie auf seine Dichtkunst. Durch seine Heirat mit der Erbgräfin Margerete von Pfannenberg begründete Hugo den steirischen Zweig der Montforter und erweiterte das Herrschaftsgebiet des Hauses Montfort gewaltig. Graf Hugo machte politische Karriere in Diensten des Hauses Habsburg: als Oberbefehlshaber der herzogisch - österreichischen Truppen in Italien, als Hofmeister Herzog Leopolds IV., als Landeshauptmann der Steiermark, als Landvogt im Thurgau, Aargau und Schwarzwald.
Im 15. Jh. schaffen die straf- und verwaltungsrechtlichen Bestimmungen von 1415 und 1436 Rechtssicherheit. Rechtsordnungen entstehen, die Stadt hatte aber noch lange kein Satzungsrecht.
1445 Während des sogenannten Alten Zürichkrieges, in dem sich Schwyz und Zürich, das von Österreich unterstützt wurde, gegenüberstanden, wurde die Bregenzer Vorstadt und die Holzlager von den Eidgenossen niedergebrannt.
Im gleichen Jahr wurde die dem hl. Georg geweihte Seekapelle, die an der Stelle des appenzellischen Massengrabes von 1408 errichtet worden war, eingeweiht. |